Der Winter ist für Hunde mit Arthrose oder anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates eine besondere Herausforderung.
Kälte, Nässe und Überlastung können Schmerzen verstärken, oft schneller, als man denkt.
Deshalb gilt gerade in der kalten Jahreszeit:
Keine Nässe.
Keine Kälte.
Keine Überanstrengung.
Dieser Artikel gibt dir einfache Tipps für den Alltag. Du erfährst, wie du deinen Hund vor, während und nach dem Spaziergang schützt. So tut die Bewegung auch im Winter gut und wird nicht zur Belastung.
Wie starte ich Winterspaziergänge bei Arthrose, ohne zu überfordern?
Der Start entscheidet oft darüber, wie gut dein Hund mit der Bewegung zurechtkommt.
Gerade im Winter lohnt es sich, hier bewusst langsam zu sein.
Tempo rausnehmen
Bevor die Leine dran kommt:
- Lass deinen Hund ruhig aufstehen
- Kein Antreiben, kein „Komm jetzt“
- Wenn er sich streckt oder kurz stehen bleibt: gut so
Diese ersten Sekunden helfen dem Körper, überhaupt wieder in Bewegung zu kommen.
Kurz Bewegung in der Wohnung
- ein paar ruhige Schritte durch den Raum
- langsam, gleichmäßig
- kleine Futtersuchspiele bringen den Hund in Bewegung
- hier findest du eine Fülle von Spiele Ideen für Hunde mit Handicap
Das dauert nur kurz, bereitet aber Muskeln und Gelenke auf den Winter-Spaziergang vor.
Warm up mit Tellington TTouch®

So geht’s:
- die flache Hand locker auflegen
- mit wenig Druck winzige, schnelle Seitwärtsbewegungen machen(siehe Zeichnung)
- es ist eher eine zitternde Bewegung auf den großen Muskeln
- probier‘ das mal im Sitzen an deinem Oberschenkel 🙂
- fun fact: meine Katzen lieben das

So geht’s:
- Flache Hand
- lockere Bewegung, eher wie ein sanftes Kratzen
- nach unten-Finger öffnen
- nach oben-Finger schließen und dabei leicht krümmen
Probier aus, was dein Hund lieber mag. Das ganze dauert 1-2 Minuten-kein großer Aufwand.
Hundemantel an – dann erst los
- bei Kälte oder Nässe Mantel an
- die ersten Meter draußen langsam gehen
Während der Gassirunde: ruhig bleiben, nicht überfordern
Tempo anpassen
- lass deinen Hund entscheiden, welches Tempo okay ist
- zu ungestüme Kandidaten möglichst ausbremsen
- abrupte Stopps und Wendungen möglichst vermeiden
Untergrund beachten
- Eis, Matsch, festgetretener Schnee meiden
- rutschige Wege umgehen, wenn möglich
- gern auf die Wiese ausweichen, statt nur auf hartem Beton gehen
Weniger ist mehr
- lieber kürzer gehen, dafür öfter
- rechtzeitig umdrehen
- nicht warten, bis dein Hund deutlich abbaut
Arthrose meldet sich häufig erst nach der Belastung.
Springen vermeiden
Nach der Gassirunde: ruhig runterfahren
Bewegung ausklingen lassen
- nicht sofort hinlegen lassen
- ein paar ruhige Schritte in der Wohnung
- Tempo langsam reduzieren
Der Körper braucht Zeit, um wieder herunterzufahren.
Abtrocknen
- alles, was nass geworden ist, gründlich trockenreiben
(Beine, Bauch, Brust, Rücken)
Nässe hält Kälte im Gewebe
Wärme: entspannt die Muskulatur
- Rotlicht oder Fön nur, wenn dein Hund das mag
- kurze Dauer
- dein Hund darf jederzeit weggehen
Wärme soll entspannen, nicht stressen.
Zusammenfassung
Alle diese Punkte haben etwas gemeinsam. Es geht nicht um große Maßnahmen, sondern um kleine Routinen für den Alltag.
Nimm dir ein paar Minuten Zeit vor und nach der Gassirunde. Achte auf das richtige Tempo und schütze deinen Hund vor Nässe und Kälte. Das bewahrt ihn vor Überlastung und damit vor Schmerzen.
Gerade bei Arthrose ist eine gute Behandlung mit Schmerzmitteln wichtig. Schmerzfreiheit ist keine Schwäche. Sie ist die Grundlage dafür, dass Bewegung überhaupt möglich bleibt. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt unterstützt dich dabei.
Einen guten Fachartikel zu Schmerzmitteln findest du hier
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